Das Projekt wird seit Juli 2023 am Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) bearbeitet und von der Alfred Landecker Foundation finanziert.
In diesem Zeitraum wurden insgesamt 40 thematisch-narrative Interviews mit Angehörigen verschiedener Generationen geführt, darunter fünf Familieninterviews. Die Interviewten, neun Männer und 30 Frauen, wurden zwischen 1933 und 2007 geboren und kamen größtenteils zwischen 1991 und 2023 nach Deutschland. Die meisten von ihnen wanderten als jüdische Kontingentflüchtlinge ein (23) oder flüchteten seit 2022 vor dem Ukraine-Krieg (10). Bis auf eine Interviewte haben zurzeit alle ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland.
Zwei Drittel der Interviews (26) wurden auf Russisch, 14 auf Deutsch geführt. Sie sind zwischen 30 Minuten und zwei Stunden lang. Alle Interviews sind transkribiert, die russischsprachigen zusätzlich übersetzt, und im Projektarchiv am IGdJ zu finden. Die Interviews kamen über diverse Wege zustande: Zum einen konnten über Kontakte zu den jüdischen Gemeinden und Kulturzentren, über soziale Medien und nach dem „Schneeball-Prinzip“ bundesweit Familien und Einzelpersonen für ein Interview gewonnen werden. Zum anderen trug die Zusammenarbeit mit der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde in Hamburg und die Bewerbung des Projekts über die gemeindeeigene Zeitung „HaYom“ wesentlich dazu bei, Interessierte für das Projekt zu finden.
Alle Personen, die sich gemeldet und ihr Interesse bekundet hatten, konnten auch interviewt werden. Unerlässlich war, dass sie familiär einen Bezug zur Ukraine in ihren völkerrechtlich gültigen Grenzen haben. Nicht notwendig war, dass sie selbst in der Ukraine geboren worden waren oder dort gelebt hatten. Damit trugen wir den gesellschaftlichen Realitäten in der ehemaligen Sowjetunion Rechnung.
Mit * gekennzeichnete Namen sind Pseudonyme.